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1600 - 1699


 1605

Der Vetter von August Hergott Philipp Christoph erhält den Frankensteiner Hof in Oppenheim mit allem Zubehör übereignet. Dazu gehörte auch Bobstadt. 

 1606

Biblis erschient mit seinem jetzigen Namen als Ortsbezeichnung.
Das Liebfrauenstift zu Mainz verkauft seinen Anteil am Bibliser "Zehenden" an den  Kurfürsten von der Pfalz.  

 1607

wird die Universität Gießen gegründet.
verleiht Kaiser Rudolf II. der Stadt Gernsheim einen weitern Jahr- und Viehmarkt. 

 1608

verkauft der Landgraf von Hessen seinen Anteil am Zehnten zu Gernsheim an Kurmainz.  
Die Gemeinde Biblis errichtet eine stattlichere Kirche.
Der Bodensee ist zugefroren.  

 1609

Landgraf Ludwig V. von Hessen lässt das Jagdschlösschen Jägersburg erbauen und gründet das "Amt Jägersburg".  

 1610

In Biblis haust die "Rote Ruh" und fordert 25 Tote. 

 1612

An der Grenze zwischen Hofheim und Nordheim stand ein Galgen, an demselben wurden in diesem Jahr ein Hofheimer Bürger wegen fünffachen Mordes mit dem Rad hingerichtet.  

 1613

Der Graf von Erbach droht jedem 10 Gulden Strafe an, der dem Aberglauben huldigt. 

 1618

Spanische Truppen plündern Fehlheim und Rodau.
-1647 Gernsheimer Zeittafel. 

 1619

Die Stadtbefestigung von Gernsheim wird instand gesetzt.  
Am 28. August empfing Ferdinand II. zu Frankfurt a. M. die Kaiserkrone.
wird die Propstei Lorsch endgültig geschlossen 

 1620

Der "Winterkönig" wird geächtet und verliert die Kurwürde.
In Groß-Rohrheim quartieren Soldaten des Generals Spinola, dann folgen für längere Zeit Truppen, die von Manfeld befehligt werden.
Die Pfalz lässt in aller Eile eine Landwehr zwischen Bensheim und der Burg Stein  errichten.

 1621

Die Starkenburg wird von spanischen Truppen unter Cordoba eingenommen.
Im August wird die Burg Stein durch List von den Spaniern unter Cordoba eingenommen, sie befestigen den Platz noch stärker und machen ihn zum  Ausgangspunkt ihrer Operationen. Nordheim, Biblis und Wattenheim werden  gebrandschatzt.
Die Pfälzer Truppen konnten die Burg Stein nicht zurückerobern, sie schlugen ihre Lager in Bürstadt auf. General Cordoba griff unter Obertraut die Pfälzer an und besiegte sie.  
Lampertheim wird geplündert und niedergebrannt. Kaum wiedererstanden wurde es von den Franzosen wieder zerstört.
wird die Universität Straßburg im Elsass gegründet.  
Ob mit Absicht oder durch Unvorsichtigkeit der Spanier unter Cordoba und Spinola brannte das Kloster Lorsch ab. 

 1622

Mansfeld stieß vom Mannheim aus bis Darmstadt und Rüsselsheim vor. Vorher hatte er noch versucht die Burg Stein zu nehmen, was ihm nicht gelang.
Ein anderer Bericht spricht allerdings davon, dass ihm die Eroberung der Burg, die von Tilly besetzt war, gelungen ist. Klein-Hausen und Groß-Hausen hat unter den Truppen von Mansfeld sehr zu leiden.  
Am 27. April siegen Markgraf Georg Friedrich von Baden -Durlach und Graf Mansfeld bei Wiesloch über Tilly; andererseits bleibt Tilly am 6. Mai bei Wimpfen, am 20. Juli bei Höchst am Main und am 6. August 1623 bei Stadtlohn in Westfalen obenauf; in Heidelberg herrscht General Spinola mit seinen 23.000 spanischen Soldaten 

 1623

Am 26. Oktober huldigen 124 Einwohner von Lorsch, 26 von Klein-Hausen, 66 von Bürstadt und 81 von Biblis unter des Feldherrn Tilly militärischem Schutz ihrem neuen Landesherrn, dem Erzbischof von Mainz (Lorsch fällt wieder an Mainz zurück).
Wattenheim wird von den Spaniern niedergebrannt und Nordheim ausgeplündert 

 1624

Jesuiten aus Aschaffenburg kommen nach Heppenheim und beginnt mit der  Rekatholisierung im Amt. 

 1625

Der Erzbischof von Mainz erteilt den Kalvinisten der Befehl, die katholische Religion bis spätestens Ostern 1626 anzunehmen, da andernfalls Landesverweis erfolgen soll.
-1628 wirkt Pfarrer Johannes Rosier in Groß-Rohrheim 

 1626

Die Gegenreformation an der Bergstraße und damit auch in Biblis gilt als beendet 

 1627

In der kurmainzischen  Stadt Dieburg werden im Herbst innerhalb des Ablaufs von  knapp hundert Tagen 39 Menschen wegen Hexerei hingerichtet. 

 1628

In Gernsheim bricht die Pest aus 

 1629

Groß-Hausen hat 49 Hausgesessene. (= etwa Familien) 

 1630

Die Schweden besetzen die Bergstraße, der Kalvinismus kehrt zurück.
-1635 wirkt Pfarrer Elias Zimmermann in Groß-Rohrheim; er ist als letzter Geistlicher  während des Dreißigjährigen Krieges hier tätig 

 1631

Am 6./7. Dezember überqueren Gustav Adorf und ein Teil seines Heeres bei Erfelden den Rhein; Gernsheim überreicht die Schlüssel der Stadt und zahlt 300 Reichstaler Kontribution.
schickt Gustav Adolf den Biblisern wieder ihren sieben Jahre vorher vom Erzbischof abgesetzten Pfarrer Philipp Zarlen.
Die Burg Stein wird am 7. Dezember von der lothringischen-spanischen Besatzung in Brand gesetzt und geräumt, die Schweden fanden nur noch einen Trümmerhaufen vor.  

 1632

Im Bibliser Sterbebuch werden Pestopfer vermerkt. Mindestens 120 Personen erlagen der Epidemie 

 1633

bricht in unserer Gegend die Pest von neuem aus.
-1635 wohnt der schwedische Kanzler Oxenstierna in Worms.

 1634

Das Auerbacher Schloss wird von den Franzosen eingenommen und ausgeplündert.
Die Bibliser Kirche wurde durch Brand zum größten Teil zerstört.  
Am 6. September katastrophale Niederlage der Evangelischen bei Nördlingen (Schreckenwinter 1634/35)
In Biblis ist der lutherische Pfarrer Christoph an der Pest gestorben 

 1635

In Biblis ist der lutherische Pfarrer Michael Cornivus an der Pest gestorben.
Nachdem auch Pfarrer Elias Zimmermann ins Grab gelegt worden war, gehen die Einwohner von "Ober-Hausen" 13 Jahre lang nach Schwanheim zur Kirche.
Die Schweden räumen die Bergstraße. Die zweite katholische Restauration beginnt. Pest und Hunger wüten im ganzen Land. Die Bevölkerung wird von der Pest sehr stark dezimiert. Die Dörfer stehen des Öfteren leer 

 1642

Truppen des kaiserlichen Feldherrn Lamboy sind viermal in Haußen eingefallen und haben einen Schaden von 26 Gulden angerichtet.  
ist in einem Bericht zu lesen: "Die Pfarrhäuser in Biblis, Bürstadt und Lorsch sind verbrannt und verfallen".  

 1644

Franzosen überrumpeln Gernsheim und beziehen hier Quartier. 

 1645

Bayern nehmen die Stadt Gernsheim ein 

 1646

Der Chronist berichtet, Biblis ist noch nicht bewohnt 

 1647

Turenne kommt als Sieger und fordert Zerstörung der Gernsheimer Festungswerke 

 1648

-1652 In Groß-Rohreim wirkt nun wieder ein Geistlicher: Pfarrer Georg Klein  

 1650

In Hessen kann mit Bezug auf die Regierungen in Darmstadt bzw. Kassel von nun an von einer gemeinsamen Geschichte keine Rede mehr sein.  
Die Wiedereinlösung der Bergstraße wird in dem Bergsträßer Nebenreze geregelt.  
Biblis geht in Mainzer Besitz über 

 1652

Als Bürgermeister von Groß-Hausen ist Peter Geyßler bestellt.  
Nachdem Pfarrer Georg Klein Groß-Rohrheim verlassen hat, wirkt an seiner Stelle Pfarrer Georg Mylius 

 1653

Wegen der Gegenreformation musste der protestantische Pfarrer Johann Jakob Meyer aus der Schweiz das Mainz'sche Wattenheim verlassen und nahm seinen Wohnsitz in Nordheim.
Der erste katholische Pfarrer Biblis ist Hildebrand Klinghammer.  
Wattenheim geht in Mainzer Besitz über.  
Zwischen Kurmainz und Kurpfalz wird durch den Regensburger Rezess Streitigkeiten wegen der Herrenwiesen zwischen Biblis und Klein-Hausen geregelt.  

 1654

Der Pfarrer Hildebrand Klinghammer zu Biblis und Wattenheim bittet um das Frühmessereihaus in Biblis als Wohnung 

 1657

Die Besatzung auf der Burg Stein wurde von einem Fähnrich Christian Wolff befehligt. Er unterstand dem Kommandanten von Frankenthal.
Auf Anordnung des Kurfürsten Karl Ludwig wird die Burg und Feste Stein geschleift. Die Kellerei auf dem Stein bestand jedoch weiter.  
Testimonius wirkte als Lehrer in Groß-Hausen. 

 1658

Die Kirche in Nordheim wird wiederhergestellt.  
In Biblis wird ein neues Pfarrhaus gebaut und eine Glocke angeschafft.  

 1659

In Biblis wird die schwer beschädigte Kirche wieder hergerichtet.
Am 4. Februar verleiht Landgraf Georg II. von Hessen "seine getreuen Untertanen Im Flecken Groß-Rohrheim" einen freien und offenen Jahrmarkt (Mainmarkt). 

 1660

Der neue Hochaltar in Biblis wird zu Ehren des Hl. Bartholomäus eingeweiht 

 1661

Der Bischof von Worms versucht durch Behandlung bzw. Gerichtsurteil (Reichskammergericht in Wetzlar) seinen ehemaligen Anteil an der Burg Stein zurückzuerhalten. 

 1662

Burg und Herrschaft Frankenstein wird für 88.000 Gulden an Hessen veräußert.  

 1663

In dem alten Starkenburger Juristdictionalbuch heißt es: Junker Lorsch hat zu Biblis ein Lehensgut 

 1665

Der Mainzer Erzbischof besetzt wegen Streitigkeiten über die Burg Stein Ladenburg 

 1666

In Biblis starben 29 Personen an Pest 

 1666/67

rafft in der Gegend der Bergstraße- auch in Gernsheim- eine pestartige Krankheit viele Menschen hinweg 

 1668

Im Jurisdiktionalbuch für das Oberamt Starkenburg sind für Lorsch und Klein-Hausen 3 Jugendfamilien bekannt 

 1670

-1683 als Pfarrer Mylius gestorben war, wird Pfarrer Johann Peter Reichardt Seelsorger in Groß-Rohrheim 

 1673/74

Viele Einwohner von Groß- und Klein- Hausen fliehen vor den Franzosen und suchen in Bensheim Schutz 

 1674

Turenne siegt am 16. Juni bei Sinsheim (Elsenz) über die Kaiserlichen.
Die schlimmsten Tage erlebte das Auerbacher Schloss durch den französischen Marschall Turenne 

 1675

Am 15. März wird Gernsheim von Soldaten der Pfalz beschossen und überrumpelt 

 1680

Kurfürst Anselm von Ingelheim (1679 bis 1695) lässt die Starkenburg durch Um- und Neubauten für eine ständige Besatzung wieder herrichten 

 1681

Straßburg wird von Frankreich annektiert 

 1683

Der Bodensee ist zugefroren.
-1691 Pfarrer Reichardt geht nach Biebesheim; ihm folgt als Groß- Rohrheimer Pfarrer "Magister" Philipp Schad ( die Kinder werden von Schulmeister Johann Christoph Zimmermann unterrichtet).  

 1685

In Nordheim brach am Karfreitag ein großer Brand aus, dem ca. 20 Hofreiten zum Opfer fielen, dabei brannte auch die Kirche aus 

 1687

Abbruch des damals baufälligen Groß-Rohrheimer Gotteshaus 

 1688

"Mit großer Unruhe" errichten Pfarrer Schad und die beiden Kirchenbaumeister, Johann Mohr und Peter Graff, mit ihren vier Bauhandwerksmeistern das neue Groß-Rohrheimer Gotteshaus.
Französische Soldaten erschießen im "Groß-Häuser-Wald" einen Groß-Rohrheimer Bauern und nehmen ihm und anderen seine Pferde weg 

 1689

Zerstörung vieler Städte und Dörfer am Rhein durch die Franzosen; in der Pfarrei Gernsheim ist im Totenbuch das Jahr 1689 mit "Annuus Feralis" (Schreckensjahr) überschrieben.
die Franzosen zerstören das Wattenheimer Pfarrhaus 

 1690

Große Schäden wurden in Hofheim durch die Franzosen verursacht. 

 1691

-1693 Pfarrer Schad "kam nach Trebur und ist allda gestorben"; der in Groß-Rohrheim nachfolgende Pfarrer Christoph Kron (Cron) wurde gleichfalls nach Trebur versetzt 

 1692

Lorsch hat unter den französischen Truppen zu leiden  

 1693-1703

wirkt Pfarrer Johann Heinrich Kaiser (Kayser) in Groß-Rohrheim

 1694

An der Bergstraße und im ganzen Land herrscht großes Sterben und Hungersnot

 1695

Der Bodensee ist zugefroren . Die berühmte Geschichte vom "Ritt über den Bodensee" ist historisch und hat sich am 15. Februar 1695 ereignet.  
Die Gemeinde Bobstadt muss an den Freiherrn Joh. Rudolf von Frankenstein 200 Malter Frucht entrichten.  
In der Gemarkung Biblis wird ein Kornhalm mit neunzehn Ähren gefunden 

 1699

Im Groß-Rohrheimer Gotteshaus wird eine Orgel eingebaut