1700 - 1799
| 1700 | (18. Februar / 1. März) wird in Hessen - Darmstadt der Gregorianische Kalender eingeführt. Kurz davor hatte die Kellerei Stein ihren Wohnsitz nach Nordheim verlegt |
| 1702 | König Joseph - der spätere Kaiser Joseph I. - kommt am 3. Oktober in Begleitung der Pfälzer Kurfürsten Johann Wilhelm auf Einladung des Mainzer Kurfürsten zur Jagd in den Lorscher Wald |
| 1703 | -1717 wirkt Pfarrer Johann Balthasar Reichard (Reichardt) in Groß-Rohrheim |
| 1705 | Groß-Rohrheim beschafft drei Glocken für die Kirche; von Rentmeister Johann Philipp Lichtenberg, dessen Namen auf der (damals) größten Glocke zu lesen ist, wurde Amt Jägersburg von 1697-1739 verwaltet. Lampertheim wird endgültig Sitz der Kellerei Stein (später Rentamt). Hofheim geht in Wormser Besitz über |
| 1706 | Durch den Vertrag vom 15. August zwischen dem Fürstbischof von Worms, Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg für das Bistum und Hochstift und seinem Bruder Johann Wilhelm als Vertreter der Kurpfalz wird ein Vergleich geschlossen. Der strittige Teil der Burg Stein wird dem Wormser Hochstift überlassen |
| 1710 | Für neue herrschaftliche Gebäude in Lampertheim werden Steine von der Burg Stein verwendet |
| 1711 | Die Bibliser Kirche erhält zwei neue Glocken. Durch "Abtretungen von Gericht, Recht und Gerechtigkeit in Groß -und Klein- Rohrheim" werden etliche bisher erbachische Einwohner hessische Untertanen |
| 1711/12 | stiftet das Groß- Rohrheimer ledige Manns- und Weibsvolk die drei in der Kirche stehenden geschnitzten Bilder |
| 1714 | erwirbt Landgraf Ernst Ludwig die Ämter Seeheim und Tannenberg, viele Orte und auch Teile von Groß- Rohrheim |
| 1715 | Um diese Zeit lässt Landgraf Ernst Ludwig im Jägersburger Wald das "runde Haus" (Parforcehaus) errichten |
| 1716 | Die Bibliser Gemeinde kauft eine neue Orgel |
| 1717 | -1755 wirkt Pfarrer Heinrich Schwicker in Groß-Rohrheim |
| 1718 | Die "gemeine Schmiede" in Biblis wird von Tobias Kunz übernommen, derselbe erwirbt im Jahre 1726 ein eigenes Haus im der Hintergasse (heute Angert). Seitdem betreibt die Familie Kunz ununterbrochen das Schmiedehandwerk in Biblis |
| 1719 | Die Bevölkerung von Biblis ist wieder auf 883 Personen angestiegen |
| 1725 | in der Grundsteinlegungsurkunde für die Kath. Pfarrkirche in Lorsch wird Oberschultheiß Schepeler, Philipp Peter genannt |
| 1733 | In diesem Hungersjahr sind in Gernsheim 145 Einwohner gestorben |
| 1735 | Infolge des Polnischen Erbfolgekrieges hier einquartiertes französisches Militär wartet auf weitere Verwendung |
| 1737 | Der Kurfürstlich Mainzsche Kammerherr und adelige Hofrat Freiherr von und zu Frankenstein verpachtet seinen Grundbesitz in Bobstadt |
| 1739 | Am 12. September starb Landgraf Ernst Ludwig in seinem Jagdschlösschen Jägersburg. |
| 1740 | Am 10. Mai überschritt Landgraf Ludwig VIII. bei Erfelden den zugefrorenen Rhein |
| 1741 | Landgraf Ludwig VIII. wird von Maria Theresia zum Generalfeldmarschall ernannt |
| 1742 | Am 24. Januar wurde in Frankfurt am Main Karl VIII. zum Kaiser gewählt, was zur Folge hatte, dass französische, russische und später (1744) auch ungarische Truppen durch Biblis und Groß-Rohrheim marschierten |
| 1744 | Am 25. Juni wird der "Husaremenzel" (Generalmajor) von einem französischen Posten erschossen und auf dem Gernsheimer Friedhof beerdigt |
| 1745 | Am 17. September überbringt Landgraf Ludwig VIII. dem nachmaligen Gemahl von Maria Thesesia, Franz I. der sich in Heidelberg aufhielt, das Diplom der Erwählung zum Kaiser |
| 1750 | In Lorsch wird der Tabak angebaut |
| 1753 | Am 2. September wird in Gernsheim die neue katholische Pfarrkirche (Barockstil) eingeweiht |
| 1755 | - 1777 wirkt Pfarrer Johann Hermann Heß in Groß-Rohrheim |
| 1757 | Am 11. November brennen in Groß-Rohrheim 14 Scheunen ab |
| 1754 | In der Gemarkung Nordheim waren 9.600 Rebstöcke angepflanzt. Der Landzoll an der Steiner Brücke wird von Philipp Scheid erhoben |
| 1759 | Die im Jahre 1560 erbaute Kirche in Biblis wird umgebaut. -1763 sind Frankfurt am Main und Gießen von Franzosen besetzt (Kampffront gegen Nordhessen). |
| 1761 | Für die Bibliser Kirche wird eine neue Orgel angeschafft. |
| 1762 | Die fertig gestellte Kirche in Biblis wird von Weihbischof Christoph am 26. September eingeweiht |
| 1765 | beschließt Kurmainz, die Besatzung auf Starkenburg abziehen zu lassen; auch die "Veste" Gernsheim wird von Mainzer Soldaten aufgegeben. Erzbischof Emmerich Joseph erteilt den Befehl zum Abbruch der Starkenburg |
| 1766 | war "das Rheinfahrt" noch immer (schon seit 1520) beim Landgrafen von Hessen; wöchentlich fährt ein Marktschiff zwischen Gernsheim und Mainz |
| 1768 | Am 17. Oktober ist Landgraf Ludwig VIII. im Opernhaus zu Darmstadt gestorben |
| 1771 | Der Kartoffelanbau wird zum ersten Mal in unserer Gegend gewährt |
| 1772 | Nach dem Verzeichnis der Oberschaffnerei Lorsch gehörten derselben bzw. wurden von ihr verwaltet ein Hofgut mit Äckern, Wiesen und Wald mit 127 Morgen. waschen Gernsheimer Bauern und Fischer Gold aus dem Rhein, ließ Landgraf Ludwig IX. auf dem Scheitel des Melibokus einen Aussichtsturm errichten; auch die ersten Chausseen wurden damals angelegt |
| 1777 | wirkt in Groß-Rohrheim anstelle des verstorbenen Pfarrers Heß zunächst Vikar Grandhömme. -1830 Landgraf Ludwig XI. und Großherzog Ludwig I. weilen mit ihren Familien gern im Auerbacher Fürstenlager |
| 1778-1796 | wirkt Pfarrer Eberhard Koch in Groß- Rohrheim |
| 1778 | Der Rheindamm bricht bei Groß-Rohrheim |
| 1779/80 | Als Grundbesitzer in der Groß- und Klein Rohrheimer Gemarkung werden u.a. erwähnt: Schaffnerei Lorsch, Domkapitel Mainz, Kirche und Frankenstein |
| 1779 | Eine Steinbrücke wird über die Weschnitz von Kurmainz erbaut, sie verbindet Groß- Hausen mit Klein-Hausen. In Groß-Hausen wird die Gemeindeschmiede für 150 Gulden an Nikol Bauer, Schmied in Groß-Hausen, versteigert. |
| 1780 | Bobstadt wird dem Wormser Bischof zurückgegeben |
| 1783 | An Stelle der Oberschultheißen tritt der Amtsvogt. Dem Amt Lorsch unterstanden Biblis, Bürstadt, Klein-Hausen ,Lorsch und Viernheim |
| 1784 | vom 10. Januar bis 2. März ist der Rhein zugefroren. Durch Temperaturumschwung kam es zu Überschwemmungen |
| 1787 | Erzbischof Friedrich Karl Joseph von Erthal verbietet den weiteren Abbruch der Starkenburg. Am 17. Februar brach das Rheinels, es folgte eine Überschwemmung. In der Bibliser Gemarkung (im Mörsch) war der Rheindamm sieben mal gebrochen. Am 13. Juni erneut Dammbruch. Am 31. Juli erneut Hochwasser. Die Überschwemmung setzte auch Lampertheim, Bürstadt, Hofheim, Wattenheim, Nordheim, Biblis und Groß- Rohrheim unter Wasser.19. September erneut Überschwemmung |
| 1789 | In Gernsheim wird der übriggelassene Turm des Schlosses abgetragen |
| 1794 | In Nordheim verstarben im Anschluß an eine Viehseuche 65 Protestanten |
| 1796-1806 | wirkt Pfarrer Georg Ludwig Textor in Groß- Rohrheim |
| 1797 | Die Torhalle des Klosters Lorsch wird verkauft |
| 1799 | Heppenheim wird von den Franzosen geplündert. Am 2. Februar bricht das Eis das Rheins auf, überflutet Groß-Rohrheim und verursacht Schäden am Damm. |






